Plastikfrei durch die Erdbeerwoche

Von Simone

Eine der natürlichsten Dinge der Welt schadet der Natur. Die weibliche Menstruation verursacht einen Großteil des Mülls an Stränden. Glücklicherweise kann frau dem mit praktischen, ökologischen und kostengünstigen Alternativen entgegenwirken.

Die Vermeidung von Müll ist ein ehrbares, aber auch herausforderndes Ziel. Trotz einer Vielzahl an Produkten bleibt die Menstruation eine Beeinträchtigung. Selbst der Umwelt zur Liebe mag es da schwer fallen, sich selbst noch mehr einzuschränken. Dabei ist das eine völlig falsche Sichtweise. Die Alternativen sind nicht nur ideal für die umweltbewusste Frau, sondern auch für die Pragmatische, die Gesundheitsbewusste, die Reisende und die Sparfüchsin.

Frauen benutzen Tampons

Umfrage unter Frauen in Deutschland 2016.
Quelle: Statista

Ich habe eine Doku über Tampons gesehen und wollte danach nie wieder sowas in mir haben und Binden sind zwar schön und gut, aber das ist so unglaublich viel Müll und auch nicht so nett vom Tragen her.

Die Gesundheitsbewusste

Jede Binde ist einzeln in Plastik verpackt. Hinzu kommen der Klebestreifen und die Abziehfolie.

Plastik über Plastik bei Tampons und Binden

Jeder Tampon und jede Binde ist aus hygienischen Gründen einzeln verpackt – in Plastik. Doch da hört es noch nicht auf mit den Kunststoffen in der Monatshygiene. Die meisten Tampons bestehen aus Zellwolle bzw. Viskose, also Kunstfasern. Oftmals sind sie noch gemischt mit Baumwolle. Diese ist allerdings in den meisten Fällen genmanipuliert. So geraten Rückstände von Pestizide wie Glyphosat in das Produkt.

Für den Komfort und das leichtere Einführen sind sowohl Binden als auch Tampons mit einer synthetischen Schicht überzogen. Diese besteht meist aus Polyester, Polyethylen oder Polypropylen. Diese Stoffe sowie Chemikalien, die zum Bleichen von Tampons Verwendet werden, werden als mögliche Ursache für das toxische Schocksyndrom (TSS) angesehen.

Ich finde die [Menstruationstasse] einfach super, weil ich sonst wirklich alle zwei Stunden zum Klo rennen und den Tampon wechseln müsste.

Die Pragmatische

Was steckt in einem Tampon?

Toxisches Schocksyndrom?

Das toxische Schocksyndrom (TSS) ist eine Infektion durch Toxine. Diese kann durch Kunststoffe und Chemikalien in den Hygieneprodukten ausgelöst werden. Das TSS ist zwar sehr selten, kann aber durchaus tödlich verlaufen.

Menstruationstasse: Für die Gesundheit, die Umwelt und den Geldbeutel

Kaum zu glauben, aber die Menstruationstasse (oder auch Cup genannt) wurde etwa zur selben Zeit erfunden wie der Tampon. Dabei handelt es sich um eine Art Becher aus medizinischem Silikon, der in die Vagina eingeführt wird. In dem Behältnis wird das Blut aufgefangen und kann anschließend einfach ausgeleert werden.

Bei guter Pflege kann die Tasse bis zu 10 Jahre lang verwendet werden. So kann die Menstruationstasse etwa 2000 Tampons ersetzen. Die Kosten von 15 bis 30 Euro für die Anschaffung sind damit schon refinanziert. Allerdings lebt auch die Tasse nicht ewig. Das Recycling gestaltet sich schwierig.

Für mich ist Umweltfaktor ein sehr großer Vorteil. Spart außerdem Geld, man muss nicht so oft zur Toilette rennen und keine Gefahr für toxisches Schocksyndrom.

Die Umweltbewusste

Tampons/Binden im Laufe eines Frauenlebens

Eine Bio-Slipeinlage (links) neben einer herkömmlichen (rechts).

Bio-Tampons und Binden ohne Plastik

Bequem darf frau während ihrer Menstruation durchaus sein. Es fällt ja doch schwer, etwas an den Nagel zu hängen, was lange Zeit scheinbar gute Dienste erbracht hat. Der Umstieg auf Bio-Tampons und Binden mag zwar den Geldbeutel nicht sonderlich entlasten, aber die Umwelt. Außerdem kommt es auch der eigenen Gesundheit zu Gute. Die Bio-Variante besteht aus reiner Baumwolle aus kontrolliertem Anbau und verzichtet komplett auf Chemie. Damit ist das Produkt biologisch abbaubar und senkt das Risiko für das toxische Schocksyndrom drastisch.

Müll wird dabei aber trotzdem produziert. Die Hygieneprodukte in Bio-Qualität sind allerdings teurer als die herkömmlichen Tampons und Binden. Auch gibt es diese nicht in jeder Drogerie. Dafür muss frau dann schon in Bio-Läden, Apotheken oder im Internet stöbern.

Auswaschbare Binden und Slipeinlagen

Binden und Slipeinlagen aus Stoff haben einen entscheidenden Vorteil: Sie werden nicht weggeworfen. Stattdessen kann man diese auswaschen und wiederverwenden. Zugegeben, unterwegs kann das aber schon unpraktisch sein.

Also der Grundgedanke dahinter ist gut, aber ich sehe das kritisch, wenn ich irgendwo unterwegs die Binde wechseln möchte, müsste ich die den ganzen Tag irgendwie dezent transportieren.

Die Pragmatische

Tampons/Binden werden weggeworfen

Pro Jahr weltweit.
Quelle: erdbeerwoche.com

Dafür ist die waschbare Alternative langlebig. Mindestens fünf Jahre soll die Binde oder Slipeinlage aus Stoff halten. Bei guter Pflege soll sie laut einzelner Hersteller bis zu 15 Jahre verwendbar sein. In der Anschaffung ist sie hingegen etwas teurer. Binden sind für circa 14 Euro, Slipeinlagen für rund neun Euro erhältlich.

Müll und Geld sparen

  • Herkömmliche Tampons und Binden 100%
  • Naturschwämmchen 37%
  • Stoff-Binden und -Slipeinlagen 20%
  • Menstruationstasse 6%

Bis zu 16800 Binden oder Tampons verbraucht eine Frau im Laufe ihres Lebens. Das ist eine ganze Badewanne voll. Dafür gibt sie bis zu 3900 Euro aus. Dabei sind die meisten Alternativen viel günstiger. Vier bis acht Menstruationstassen reichen für ein ganzes Leben. Kostenpunkt: maximal 240 Euro. Mit einem Zehner-Set Stoffbinden kostet die Periode etwa 800 Euro.

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