Leben in München: Tag der offenen Tür bei jungen Münchnern

München ist eine große Stadt, eine teure Stadt, eine Studentenstadt. Doch was hat die Metropole für junge Leute in ihren 20ern, neben Eliteunis und hohen Mietpreisen, zu bieten? Zeit, diese Menschen zu fragen: Wie sieht dein Leben in München aus? 10 junge Münchner bieten Einblick in ihr Leben in der bayerischen Landeshauptstadt. Sie erzählen ihre Geschichten und geben Tipps für Neumünchner und die, die es werden wollen.

Campingwagen: Die Antwort auf Münchens schwierige Wohnungssuche

Felix (24) ist neu in München. Er kam in die Stadt, um ein Praktikum zu machen. Als er das in der Tasche hatte, machte er sich an die Wohnungssuche. Dabei tauchten zwei Probleme auf: Zu teuer oder zu viele Bewerber auf ein gutes Angebot. Manch einer hätte das Abenteuer München einfach abgebrochen. Felix wurde kreativ. Er hat eine unkonventionelle aber preiswerte Lösung gefunden, in München zu wohnen: einen Wohnwagen. Wie es ihm dabei ergeht und wie es sich im Zuhause auf Rädern lebt, verrät er im Video.

Wohngemeinschaft: Denn geteilt macht’s am meisten Spaß

Carina (22) ist auch frisch in München. Sie kam, wie Felix, um in der Landeshauptstadt ein Praktikum zu machen. Sie hatte die Plattform wg-gesucht.de für die Wohnungssuche benutzt. Ganze 30 Bewerbungen waren nötig, um drei Besichtigungstermine für ein WG-Zimmer zu bekommen. Eine hat geklappt und zehn Tage später zog sie in eine Zweier-Mädels-WG im Münchner Stadtviertel Schwanthalerhöhe/Westend.

Das Leben in München bietet für Carina viel Abwechslung: Ob Joggen im Westpark oder Shopping zwischen Karlsplatz (Stachus) und Marienplatz. Doch ihr Lieblingsplatz in München ist die Theresienwiese. Besonders nachts sieht die Statue der Bavaria am Rande der Theresienwiese sehr imposant aus, wie das Bild zeigt. Aber neben der bayerischen Patronin ist dort immer etwas los. Hier findet sowohl das Oktoberfest, als auch das Tollwood-Festival statt. Außerdem findet Carina: „Es ist eine Großstadt und dennoch ist es oftmals sehr gemütlich. Die meisten Menschen, denen ich begegnet bin, sind sehr freundlich“.

Side-Facts: Auch abseits der Theresienwiese gibt es kulturelle Angebote in München: 44 Kinos, 105 Veranstaltungsstätten und über 3.000 Restaurants. Wer lieber aktiv sein möchte, sollte die Nähe zu den Bergen nutzen. Skigebiete wie das Zillertal eignen sich für einen Wochenendtripp.

 

Carina’s Tipp für die Wohnungssuche: Je weniger Ansprüche an die neue Wohnung, desto einfacher die Wohnungssuche!

München mit dem Fahrrad

Das ist Karo, 27 Jahre alt. Sie studiert Interkulturelle Kommunikation an der LMU und schreibt gerade ihre Masterarbeit. Außerdem arbeitet ich als studentische Hilfskraft in der Verwaltung der LMU. Wir haben sie zu ihrem Leben in München befragt:

  • Wo und wie wohnst du in München und seit wann?

Ich wohne in einer 3er-WG in Milbertshofen. Seitdem ich im Oktober 2014 nach München gezogen bin, bin ich einige Mal umgezogen, aber die meiste Zeit habe ich in Milbertshofen gewohnt. Es ist nicht der schönste Stadtteil und besonders aufregend ist es hier auch nicht (es sei denn, man ist BMW-Fan), aber man ist mit der U-Bahn oder dem Radl schnell am Hauptbahnhof, an der Uni, im Olympia-Park und im Nordteil des Englischen Gartens.

  • Wie ging es dir bei der Wohnungssuche?

Glücklicherweise hatte ich nie Probleme, etwas zu finden. Als ich zuletzt auf Wohnungssuche war, habe ich mir eine WG angeschaut – und das hat sofort geklappt.

 

 

 

Leben in München
  • Was ist dein Lieblingsplatz in der Stadt und warum?

Ich mag den Norden des Englischen Gartens (siehe Foto). Dort sind weniger Leute unterwegs und ich habe häufig das Gefühl, der Stadt entfliehen zu können. Außerdem mag ich das Kreativquartier an der Dachauer Straße – einer von gar nicht so wenigen Orten des Subkulturellen und Alternativen. Im Advent gehe ich gerne auf den Weihnachtsmarkt im Viehhof. Das ist deutlich netter und gemütlicher als andere Christkindlmärkte. Im Sommer ist dort übrigens ein netter Biergarten und ein Open-Air-Kino.

  • Wie verbringst du deine Freizeit?

Wenn ich mich mit Freunden treffe, dann gerne zum Spaziergang durch den Englischen Garten oder im Westpark (da gibt’s auch seit dem Sommer das nette Café Gans am Wasser) oder zum Inline Skaten im Olympiapark. Im Sommer sind auch Fahrradausflüge entlang der Isar hoch im Kurs. Wenn wir uns abends treffen, dann u.a. in einer der „Münchner Boazn“ oder im Alten Simpl in der Türkenstraße. Außerdem mag ich die vielen kleinen Kinos. Zum Beispiel das Monopol in der Schleißheimer Straße.

  • Wie findest du das Leben in München?

Abgesehen von zu vielen Autos auf den Straßen, zu vollen öffentlichen Verkehrsmitteln, hohen Mieten und sonstigen Kosten, mag ich, dass ich fast immer mit dem Fahrrad fahren kann. Außerdem gefällt mir die Biergartenkultur. Besonders, dass man sein eigenes Essen mitbringen darf.

  • Welchen Insider-Tipp würdest du Neumünchnern geben?

Fahrrad fahren: In vielen Fällen ist man schneller, als mit dem Auto oder der Bahn. Und unbedingt mal in eine Boazn gehen – so nennt man hier einige Kneipen. Und für einen skurrilen Dinosaurierausflug empfehle ich das Paläontologische Museum in der Richard-Wagner-Straße.

Leben in München als junge Beamtin

Sandra (23) ist Beamtin in München und wohnt in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Sendling/Westpark. Sie hat ihre Wohnung durch einen Bekannten gefunden. Der Vermieter suchte selbst einen Nachmieter. Am Leben in München stört sie: „Es nervt das alles immer sehr hektisch abläuft, jeder „hat nur Augen für sich“. Super sind für sie die vielen Freizeitmöglichkeiten und die Nähe zu den Bergen.“ Der Englische Garten hat es ihr besonders angetan. Was sie sehr bewegt hat, war der Amoklauf 2016 am Olympia Einkaufszentrum (OEZ). Auch damals war die Situation in der Stadt sehr hektisch und unübersichtlich.

Neumünchnern empfielt Sandra die Festivals Sommer- und Winter-Tollwood.

Das Münchner Kindl

Lisa (24) ist in München-Giesing geboren und lebt dort noch immer – mittlerweile mit ihrem Freund in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Während die Internetsuche via ImmoScout erfolglos war, haben die beiden auch über Bekannte eine Wohnung gefunden und zahlen ca 700 Euro für 60qm. Ein echtes Schnäpchen. Zum Vergleich, der durchschnittliche Preis pro Quadratmeter in München beträgt 17,90 Euro für eine gleichgroße Wohnung. Also 1074 Euro insgesamt! Neben den teuren Mietpreisen sind, laut Lisa, auch die Lebenshaltungskosten sehr hoch. Sie erzählt, dass, viele Studenten und Azubis nicht ohne finazielle Hilfe der Eltern auskommen können. „Was mich auch extrem nervt ist der Verkehr. In der Rush-Hour braucht man meistens doppelt bis dreifach so lange, wie normal, um mit dem Auto voran zu kommen.“, nervt es Lisa.

Trotzdem liebt sie ihre Heimatstadt: Die Architektur, die unterschiedlichen Stadtviertel, die Grünflächen und die Münchner. „Die Münchner, die ich kenne, sind super liebe und hilfsbereite Menschen. Und überhaupt nicht so arrogant, wie es gerne behauptet wird.“

Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten am Flaucher oder im Grünwalder Stadion. Ansonsten ist sie, neben Giesing, häufig in der Münchner Innenstadt und dem Glockenbachviertel – zum Shoppen oder durch die dortigen Bars zu ziehen.

Lisa’s Insider-Tipp: Ich empfehle Neumünchnern sich ein paar Tage Zeit zu nehmen, um die Stadt zu erkunden und sie so lieben zu lernen. Man sollte sich von den Münchnern, die in der Maximilianstraße einkaufen gehen und manchmal ziemlich hochnäsig sind, nicht verunsichern lassen.

 

München: Start-Up-Stadt

Julien(28) wohnt seit acht Jahren in München und hat zusammen mit seinen Kumpels 2014 das Start-Up Antidote Juice gegründet. Damit sind die Jungs nicht allein. Die Landeshauptstadt gehört zu den fünf deutschen Gründer-Hotspots. Am besten entspannt es sich nach der Arbeit im Wohnzimmer seines Kumpels in Lehel. Da ist er mit dem Fahrrad in 10 Minuten da. Er wohnt in einer Zwei-Zimmerwohnung mitten in der Maxvorstadt. „Eigentlich wollte ich dort nur einziehen bis ich etwas Anderes gefunden habe. Schwups waren Jahre vergangen.“ Die Maxvorstadt hat auch einiges zu bieten: Die beiden großen Unis, LMU und die Technische Universität, bilden dort den Mittelpunkt der Münchner Studenten. Wegen den jungen Meschen haben sich im Viertel Bars, Restaurants und Clubs zwischen Museen wie der alten Pinakothek, dem Alten Botanischen Garten oder dem Siegestor angesiedelt.

Julien’s No-Gos in München:

„Allgemein stört mich oft der einkehrende Stillstand – der “hochgeklappter Bordstein”. In gewisser Weise auch die Engstirnigkeit und der fehlende Kosmopolitismus vieler Menschen hier. Trotzdem kenne ich inzwischen eine ganze Menge Münchner, die mich vom Gegenteil überzeugt haben. Alles in allem liebe ich die Nähe zur Natur und den Bergen, die kurzen Wege, sowie die Tatsache hier trotzdem immer wieder viel Neues zu entdecken.“

Julien’s Favoriten in München:

Um abzuschalten, geht er am liebsten in den Garten der Kunstakademie München. Auch der Friedensengel in Bogenhausen bietet, speziell im Sommer, Einiges zu bieten: Durch den Höhenunterschied kann die Sonne und die Aussicht genossen werden. Aber auch unterirdisch ist viel zu sehen. Eine Unterführung unterhalb der Statue birgt eine Straße mit Graffitis von Künstlern wie loomit.

 

 

Leben in München

Münchner zwischen digitalem Job und konservativer Stadt

Lars (29) ist Digital Trainee bei einem Pay-TV Anbieter in München. Er wohnt in einer WG im Münchner Stadtviertel Schwabing-Freimann. Er musste in den letzten zwei Jahren dreimal umziehen. Anfangs hat er diverse Online-Portale – wie ImmoScout oder WG-Gesucht – durchforstet. Letztendlich hat er über private Kontakte und Arbeitskollegen eine Wohnung/WG gefunden. Dieser Wohnraum war teilweise gar nicht auf öffentlichen Plattformen ausgestellt. Denn Vermieter suchen oft über Freunde und Bekannte nach (Nach-)Mietern. Vitamin B für das Leben in München ist also das Stichwort!

Wenn sich Lars nicht beruflich um Content Management kümmert, verbringt er seine Freizeit – je nach Jahreszeit – ganz verschieden:

  • Sommer:
    • Grillen und Picknicken an der Isar und im Englischer Garten oder wandern um den Starnberger See
    • Bier oder Munich Mule trinken in den Bars am Gärtnerplatz
  • Winter:
    • Konzerte im Backstage, Strom oder der Tonhalle.
    • Absacker in der X-Bar, Schwasi (die Schwabinger 7) oder demJohannis Café am Max-Weber-Platz

Genauso gerne verbringt Lars seine Freizeit mit seinen Freunden. Sein Freundeskreis ist bunt gemischt aus Wahl- und Urmünchnern. Als er noch neu in der Stadt war, musste er sich an das bayerische, konservative Leben in München erst gewöhnen. Dementsprechend gestaltete sich die Suche nach engen Bezugspersonen etwas schwieriger als in anderen Städten: „Als ich vor gut zwei Jahren herkomme bin, musste ich mich erstmal an München und die Menschen gewöhnen. Mit Berlin, Hamburg oder Bremen, wo ich ursprünglich herkomme, kann man München nicht vergleichen. Für mich sind diese Städte und ihre Menschen viel direkter.“

Auf der Suche nach dem schönsten Weihnachtsmarkt

Das ist Leni (23). Sie ist für ihr Bachelor-Studium nach München gekommen und macht jetzt auch ihren Master an der Ludwig-Maximilian-Universität. Neben der Uni erkundet sie gerade die Christkindlmärkte der Stadt. Da jedes Stadtviertel mindestens einen Weihnachtsmarkt hat, ist das eine ziemliche Herausforderung. Welcher ihr Favorit ist und was sie sonst noch am Leben in München liebt, erzählt sie hier.

Zuhause neben Schloss Nymphenburg

Das sind Annika (28) und Jan (29). Beide haben in Ilmenau studiert und sind einem Jobangebot nach München gefolgt. Jetzt arbeitet sie in der Marktforschung und er als Berater. Sie haben die Stadt ins Herz geschlossen. Ihre Wohnungssuche verlief wie im Bilderbuch. Eine Bekannte hat sich für sie eine Wohnung in der Nähe von Schloss Nymphenburg angesehen. Zwei Tage später kam die Zusage des Vermieters. Auch ihr Freundeskreis, bestehend aus alten Schulfreunden und neuen Bekannten, gibt ihnen das Gefühl, zu Hause zu sein.  „Wenn man in die Innenstadt zum Shopping fährt und sieht den Stachus-Brunnen. Die Touristen sehen es als Attraktion. Es ist ein schönes Gefühl, an einem Ort zu leben, an dem andere Urlaub machen“, schwärmt Annika. Gerade wollen sie nicht mehr weg. Neben der Arbeit ist das frisch verheiratete Ehepaar viel unterwegs: Ob Mountainbiken oder Ballettbesuch, sie haben bereits so Einiges in München erkundet. Hier ist ihre persönliche Top5 der schönsten Plätze und Freizeitaktivitäten in München:

  1. Car-Sharing: Wer auf Öffis (und die Verspätungen) verzichten will, der sollte den Car-Sharing-Anbieter DriveNow nutzen. Dort gibt es sogar Winter-Specials, wo Auto samt Skipass enthalten ist.
  2. Ski-Fahren: Ein Wochenende lohnt sich super für einen Ski-Ausflug. Annika und Jan empfehlen Garmisch oder das Zillerthal. Ersteres ist häufig überfüllter, als das Zillerthal. Nach Garmisch gibt es allerdings eine direkte Zugverbindung.
  3. Grillen am Flaucher: Die Isar zieht im Sommer viele Münchner an. Egal ob nach der Arbeit oder als Tagesausflug, am Flaucher grillen sie am liebsten mit Freunden und Arbeitskollegen, am besten mit Bier und Zigarre.
  4. Schloss Nymphenburg: Das Schloss ist nicht nur an sich ein echter Hingucker. In der großen Parkanlage im Herzen Münchens kommt es nicht selten vor, Rehe zu sehen. Perfekt ist das Areal also auch für alle Outdoor-Freaks, die gern Joggen oder Fahrradfahren.
  5. Entspannen am See: Wer klares Wasser und Mittelmeer-Feeling um München möchte, sollte den Walchensee ausprobieren. Eingebettet in die Berge, ist der See perfekt zum Wandern, Schwimmen und Fahrradfahren.
Leben in München

Flaucher an der Isar

Westpark

Zillertal

Karlsplatz (Stachus)

Englischer Garten

Weihnachtsmarkt im Viehhof

Paleontologisches Museum

Grünwalder Stadion

Gärtnerplatz

Garten der Kunstakademie

Friedensengel

Schloss Nymphenburg

Walchensee

Alter Simpl

Kino Monopol

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