Gin-Rezepte: Die beliebtesten Drinks deutscher Großstädter

Warum Gin so begehrt ist und welche Gin-Kreationen diesen Sommer in deutschen Großstädten im Trend liegen. Wir haben uns bei Experten und auf der Straße umgehört.

Auf den Spuren des Gin-Trends

Gin zählt zu den beliebtesten Spirituosen. Die Zahl der Hersteller wächst. Unzählige junge Brennereien bringen ihren eigenen Gin auf den Markt. Für den einzigartigen Geschmack lässt sich die pure Spirituose während der Destillation mit verschiedenen Früchten, Gewürzen und Kräutern (Botanicals) aromatisieren.

Die Mischung macht’s: Üblicherweise wird der Gin als Longdrink oder Cocktail mit anderen Zutaten getrunken. Ob in München, Köln oder Hamburg – im Trend liegen moderne, außergewöhnliche Variationen. Wirft man einen Blick auf die Getränkekarte, fällt die Entscheidung bei der großen Auswahl an Gin-Drinks oft nicht leicht. Lieber auf den Klassiker zurückgreifen oder eine der außergewöhnlichen Kreationen probieren? Pure Geschmackssache – das beweisen die Meinungen der Experten und Verbrauchern.

Volumenprozent Alkohol (mind.)

Sorten in Deutschland

Die Branchen-Experten raten:

Das Rad muss nicht neu erfunden werden meint Philip Reim, Autor vom Online Magazin „Eye for Spirits“. Vor allem boomen die Klassiker wie Negroni, Gimlet oder Ramos Gin Fizz (alle Rezepte s. Gin-Rezeptbuch).

Markus Wimmer und Chilap Hoi von den Munich Distillers setzen diesen Sommer auf Klassiker, allerdings modern interpretiert, und auf eigene Kreationen. Der Englische Garten als London Leaves in münchnerischer Aufmachung oder Green Hornet als Twist auf den Gin Basil Smash – Die Mixturen enthalten allesamt eine frische Prise Finesse.

Marco Rivolta und Moritz Billina im Interview:

Durch die Adern von Marco und Moritz fließt Gin. Sie brennen für den farblosen Liquid. Marco hat Rivo Gin entwickelt. Dieser wird in Italien zusammen mit 12 handverlesenen Botanicals destilliert und in anderen europäischen Ländern vertrieben. Auch Moritz hat eine Leidenschaft für das Destillat. Er kümmert sich darum, das The Duke Gin unter die Leute kommt – ebenfalls handgefertigt mit 13 biologischen Botanicals. Mit ihrem Hintergrundwissen beantworten Sie, was auf der Zunge brennt:

 

1. Warum erlebt Gin gerade so einen Hype?

Marco: „Was früher der Vodka war, ist heute der Gin. Eine Spirituose, die vielfältig ist und es in den unterschiedlichsten Produktausprägungen gibt. Zudem hat sich meiner Meinung nach die Ausgehkultur verändert: kleiner, persönlicher mit dem Anspruch von Getränken und Cocktails auf höchstem Niveau, sei es beim Aperitif, im Club oder im Restaurant nebenan. Auch die Möglichkeit, Aromen zu fertigen und zu nutzen, steigert das Interesse. Es gibt Dutzende Gins auf dem Markt mit unverwechselbaren Geschmacksprofilen. So bleibt es ununterbrochen interessant, sie zu probieren. Als letztes spielt der Zuwachs an Premium-Mixturen (z. B. Tonics, Bitter), die die Variationsmöglichkeiten gesteigert haben, eine Rolle.“

Moritz: „Weil Gin enorme Vielfalt bietet und für jedermann etwas dabei ist. Wenn man sich andere Spirituosen ansieht, erkennt man oft ein gleiches Muster und eine bestimmte Geschmacksrichtung. Den gleichen Weg geht man auch beim Gin, nur dass es sich dann in einer enormen Aromavielfalt verlieht. Außerdem ist es eine leichte Spirituose und wird oftmals mit einem Filler getrunken. Dies kommt auch dem Trend des „Daydrinking“ zu Gute. Der Gast findet mehr und mehr Gefallen an leichten Drinks und diese gerne auch schon am Nachmittag. Der Vorteil – man schlägt sich keine Nacht mehr um die Ohren und der nächste Tag kann genutzt werden. Da ist so ein Gin Tonic am frühen Abend genau der richtige Begleiter.

Marco Rivolta
Gründer and CEO von RIVO Gin

Moritz Billina
Marketing & Vertrieb I THE DUKE Destillerie

2. Marco, du bist auch international unterwegs. Was unterscheidet den deutschen vom internationalen Gin-Trinker? Ist er in den Kombinationen experimentierfreudig oder klassisch unterwegs?

Marco: „Ich würde sagen, der deutsche Gin-Trinker ist von Natur aus neugierig. Er probiert gerne neue Sachen und ist vor allem ein Fan von regionalen Produkten, die er unterstützen kann. Andere Länder sind ähnlich experimentierfreudig, aber im Bezug auf Marken, tendieren sie eher zu den bekannten und klassischen Gin-Marken.

 

3. Was haltet ihr von der These, dass Gin weniger Katerkopfschmerzen verursacht als andere Spirits?

Marco: „Das wäre schön. Die Qualität des Alkohols ist wichtig, den man trinkt – auch beim Gin. Um die Begründung zu bestätigen, müsste man den Selbsttest mit zehn billigen Gin-Tonic’s machen …“

Moritz: „Ein sehr interessante These, teils Wahrheit, teils Gerücht. Es ist der Zucker, der uns in den meisten Fällen den Kater beschert. So ist ein purer Dry Gin genau das Richtige, um den Kater vorzubeugen. Getrunken wiederum mit einem gezuckerten Tonic, sei es noch so trocken, meldet sich am nächsten Tag der Kater. Allen voran jedoch ist es bewiesen, dass der Alkohol in jeglicher Form dem Körper Wasser entzieht und obgleich man Zucker meidet oder nicht, der Kater nach einem Abend mit ein paar Drinks vorprogrammiert ist. Ein wirklich gutes Mittel dagegen: Zu jedem Glas Gin ein Glas Wasser. Ein Dry Gin pur und in geringem Ausmaß ist bestimmt ein guter Katergegner – dennoch nicht die Lösung.“ 

 

4. Es ist Sonntag. Ihr habt Dry Gin und die üblichen Haushaltszutaten da. Welche Gin-Kreation lässt sich fix und einfach mischen?

Marco: „Wenn es ein wirklich guter Dry ist, würde ich auf einen klassischen Martini Cocktail oder einen erfrischenden Gimlet setzen.“

Moritz: „Sagen wir, es ist ein sonniger Sonntag. Ich gebe den Gin mit 4 cl in ein Glas mit Eis, gieße es mit Tonic Water oder Bitter Lemon auf, lege frische Erdbeeren dazu, garniere es mit frischem Basilikum und gebe einen Hauch Balsamico darüber.“

 

5. Hand aufs Herz – welche ist die stärkste Gin-Variation?

Marco: „Gin Tonic gewinnt – kein Zweifel. Oldie but Goldie.“

Moritz: „Ich empfehle den Weiße Wiese und THE DUKE Krug.

Rezepte s. Gin-Rezeptbuch

Ein Blick hinter die Theke: How to make Marrakesh Mint

© www.facebook.com/belairbar/

Neville Kuhlmann – einer der Köpfe des Container Kollektivs und Betreiber der Bar of Bel Air – zeigt, was das Publikum seiner OpenAir-Location gerne trinkt. Im Video erklärt er die Herstellung seines Favoriten – der Marrakesh Mint einfach zum Nachmixen für die nächste Hausparty oder das eigene Gin-Tasting:

Drinks zum Nachmixen

Lust auf eine prickelnde Erfrischung bekommen? Lasst euch die Drinks auf der Zunge zergehen. Im Rezeptbuch sind alle Experten-Empfehlungen für die besten Gin-Drinks aus diesem Sommer zusammengestellt:

Das In-Getränk – Was trinken junge Großstädter?

Ein Liquid – viele Varianten: Wir haben in einigen deutschen Metropolen auf der Straße nachgefragt, welche Variation am liebsten auf der Zunge prickelt. Klarer Sieger ist der Gin Tonic. Ein Drittel der Befragten trinken ihn am liebsten.

Munich Mule

„Schmeckt wie Moscow Mule nur mit Gin. Für alle, die keinen Gin mögen, aber trotzdem eine Erfrischung und einen Schwips haben wollen.“

Mandy, 27 Junior PR Beraterin aus Köln

„Ich hab leider kein Favorit-Gin-Getränk. Eher neige ich zu Whisky oder Rum.“

Matthias, 30 Projektmanager aus Bochum

Niemand-Gin mit Tonic & Apfelscheibe

„Niemand-Gin hat eine feine Lavendel- und Rosmarinnote. Schön kalt ist der Drink eine spritzige, raffinierte Abkühlung für Kehle und Seele.“

Nicole, 31 Team Assistant & Junior Grafik Designerin aus Köln

Gin-Tonic mit Gurke und Basilikum

„Die Kombination aus fruchtigem und herbem Geschmack ist perfekt für laue Sommernächte. Schmeckt nach mehr!“

Stefanie, 26 Event-Projektleiterin aus Köln

„Ich bin kein Gin-Liebhaber. Den perfekten Gin Cocktail habe ich bisher leider auch noch nicht entdeckt. Aber ich „suche“ fleißig weiter und trinke bis dahin Aperol Sour.“

Marie-Theres, 28 Projektmanagerin aus Hamburg

Gin-Tonic

„Weil die bittere Note erfrischend schmeckt und nicht so süß ist wie viele andere Longdrinks.“

Kristina, 29 Studentin und Kellnerin aus Köln

Mahou-Gin mit dem klassischen Tonic

„Es ist mein Favorit, weil er mich an die schönen Sommerabende auf Mallorca erinnert.“

Nora, 25 Prozessmanagerin aus Hamburg

Gin-Tonic

„Klasse bedeutet klassisch.“

Anusch, 34 Filmproduzent aus Köln

Munich Mule

„Gin ist eines meiner Lieblingsdrinks. Am besten schmeckt er mir gerade im Sommer, in Kombination mit Ginger Ale und Gurke.“

Annika, 23 Redaktionsvolontärin aus Darmstadt

Grapefruit-Rosmarin-Gin

 „Ich liebe Grapefruits. Der Geschmack ist erfrischend! Der Rosmarin verleiht eine feine Würze, die mich in Urlaubsstimmung versetzt.“

Judith, 33 Grafik Designerin aus Köln

„Biertrinkerin, da nicht zu süß und stets erfrischend. Außerdem immer und überall gekühlt zu bekommen!“

Hannah, 27 Projektmanagerin aus Köln

Gin-Lemon

„Früher war ich Gin-Tonic-Liebhaber bis mir ein Barkeeper einen Gin-Lemon serviert hat. Mit der süßen Komponente und spritzigem Zitrus ist er perfekt für den Sommer.“

Katja, 29 Redakteurin aus München

Quellen und mehr Infos:

 

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